Schröpfen

Was ist das?

Schröpfen ist eine Behandlung, bei der auf bestimmte Hautregionen Schröpfgläser aufgesetzt werden. Mit Hilfe von Unterdruck saugen diese das Gewebe an, wodurch eine intensive und tagelang vorhaltende Durchblutung entsteht. Die Folge ist eine lokale Steigerung des Stoffwechsels. Auf der Haut bleiben nach der Behandlung kreisrunde Blutergüsse  zurück. Diese Stellen sind empfindlich und Sie sollten in den ersten vier Stunden nach der Behandlung nicht duschen. Die entstehenden Hämatome/Blutergüsse sind eine natürliche Folge des Schröpfens. Nach etwa einer Woche verblassen diese Hämatome wieder.

 

 

 

Auch heute noch gibt es an der Shandong-Universität in Jinan einzelne Ärzte, die die historischen Schröpfbehalter aus Bambus verwenden. Vor der Behandlung weicht man diese in Wasser ein. Gereinigt werden die Gefäße durch stundenlanges Auskochen.

 

 

 

 

Trockenes Schröpfen - Triggerpunktbehandlung

Erkrankungen, bei denen zusätzlich zur Akupunktur auch die Schröpf-Behandlung angewendet wird, sind vor allem Fülle-Zustände bei akuten und chronischen Schmerzen des Bewegungsapparates. Hier gilt es, tastbare Veränderungen aufzulösen, die eine feste oder teigige Eigenschaft besitzen. Die Westliche Medizin bezeichnet diese geleeartigen Einlagerungen als "Myogelosen". Sie finden sich besonders häufig an sogenannten "Triggerpunkten". Triggerpunkte zeigen eine chronische Überlastung der Muskulatur an. Aktive myofasziale Triggerpunkte sind zu einem erheblichen Teil für Muskel-Skelett-Schmerzen verantwortlich. Deshalb bezeichnet man ihre Behandlung auch als "Triggerpunkt Behandlung".

 

Blutiges Schröpfen

Dabei werden die Schröpfköpfe auf die zuvor mit einer sehr dünnen Nadel mehrfach perforierte Haut gesetzt. Der Unterdruck zieht Blut aus den kleinen Stichverletzungen. Speziell bei beginnenden Yang-Fülle-Zuständen mit Hitzesymptomatik lassen sich mit diesem stark ausleitenden Verfahren gute ­Ergebnisse erzielen. Ziel dieses Verfahrens ist es nicht, eine größere Mengen an Blut auszuleiten, wie dies in früheren Zeiten beim Aderlass angewendet wurde. Ich konnte an der Shandong-Universität beobachten, dass je nach Indikation und Lokalisation 0,5 bis 3 ml Blut genügen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Beim blutigen Schröpfen sind strikte Hygienemaßnahmen besonders wichtig.

 

 

Schröpfkopfmassage mit Öl

Bei der Schröpfkopfmassage werden die Gläser mit Unterdruck über eingeölte Hautpartien bewegt. Der Massageeffekt ist hier sehr intensiv. Die Schröpfkopfmassage kann starke Verspannungen und Verkrampfungen lösen und den Stoffwechsel über eine große Fläche hinweg intensiv anregen. Viele Patienten empfinden dieses Verfahren als sehr wohltuend.

 

 

Wann ist eine Schröpfbehandlung nicht angezeigt?

Schröpfen darf nicht angewendet werden bei Einnahme blutverdünnender Medikamente, den sogenannten Gerinnungshemmern wie Heparin und Marcumar, oder den Thrombozytenaggregationshemmern wie ASS und Clopidogrel. Eine Anwendung verbietet sich selbstverständlich auch bei Patienten mit Gerinnungsstörungen oder Wundheilungsstörungen, sowie bei ausgeprägter Schwächesymptomatik.

Zu beachten ist, dass bei kreislauflabilen Patienten eine vorübergehende kurzzeitige Blutdrucksenkung auftreten kann.